Aluminium OS: Das ist Googles neues Betriebssystem für den Desktop – Gemini-KI ersetzt ChromeOS (Videos)

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Nach einer sehr langen Phase an Leaks und Spekulationen hat Google vor wenigen Monaten ein ganz neues Desktop-Betriebssystem vorgestellt, das in wenigen Wochen an den Start gehen sollte: Die Rede ist vom neuen Betriebssystem Aluminium OS, das auf den Googlebooks zum Einsatz kommen soll. Dieses übernimmt die Aufgabe, Android und ChromeOS zu einem neuen Produkt zusammenzuführen. Hier findet ihr alle bisher bekannten Infos.


aluminium os googlebook screenshot

Google arbeitet schon seit langer Zeit am Großangriff auf den Desktop und jetzt nimmt dieser nicht nur Formen an, sondern steht auch schon in den Startlöchern: Bereits in wenigen Wochen könnten die ersten Googlebooks mit dem neuen Betriebssystem Aluminium OS in den Verkauf gehen, das man im Mai erstmals etwas ausführlicher vorgestellt hat – allerdings schon damals, ohne dieses namentlich zu benennen. Dennoch gilt es als sicher, dass die Googlebooks von Aluminium OS angetrieben werden.

Die Googlebooks mit Aluminium OS sind die ersten Geräte, bei denen man gar nicht mehr von einem „Betriebssystem“ spricht, sondern von einem „intelligenten system“. Auch in den frühen Marketingmaterialien spricht man von einem Übergang, bei dem die Nutzer gar nicht mehr dem Betriebssystem an sich interagieren oder dieses in irgendeiner Form eine Rolle spielen wird. Stattdessen konzentriert sich alles auf die Gemini Intelligence sowie die als Schnittstelle zwischen Nutzer und Gerät dienenden KI-Funktionen und -Agenten.

Die Oberfläche von Aluminium OS ist schnell erklärt, denn das Betriebssystem bzw. dessen UI ist fensterbasiert und lehnt sich damit stark an das bisher bekannte an – von Windows über Mac bis hin zum eigenen ChromeOS. Neben den Fenstern gibt es eine Taskleiste, es gibt eine Art Start-Button für den Launcher, es werden multiple Desktops unterstützt und einiges mehr. Die zentrale Rolle spielt Gemini mit seinen dynamischen Oberflächen und der Browser, aber auch lokale Apps werden unterstützt. Wir zeigen euch die bisher angekündigten Highlights des ChromeOS-Nachfolgers.




Schüttel-Cursor für Kontextinformationen

Während am Smartphone mit den Fingerspitzen getippt wird, wird am Desktop der Cursor geschoben und geklickt. Doch obgleich der Cursor bzw. Mauszeiger am Desktop das wichtigste Eingabemedium ist – noch weit vor der Tastatur – haben die großen Betriebssysteme diesen praktisch niemals verändert oder in irgendeiner Form Innovationen gebracht. Daher ist es nachvollziehbar, dass Google den hauseigenen Magic Cursor als die wichtigste Desktop-Errungenschaft seit der Erfindung des Rechtsklicks bezeichnet.

Google bringt das neue Element der Schüttelbewegung in den Cursor – also sozusagen einen neuen Eingabetyp, ohne dass die Hardware geändert werden müsste. Ein Schütteln des Mauszeigers über eine bestimmte Stelle soll die Gemini-KI aufwecken und diese wichtige Kontextinformationen zum überfahrenen Element ausliefern lassen.

Gemini soll zusätzlich verfügbare Informationen zum Gezeigten liefern können, es sollen zwei ausgewählte Bilder miteinander kombiniert werden können oder auch ein überfahrenes Datum einfach in den Kalender eingetragen werden können. Obiges Video zeigt, wie man sich das vorstellen kann. Was mir dabei negativ auffällt ist, dass der Cursor im Vergleich zu allen anderen mir bekannten Desktop-Betriebssystemen gespiegelt ist. Das könnte Bestandteil des Marketings zu sein, aber es ist auch nicht ausgeschlossen, dass man beim finalen Produkt darauf setzt. Wir müssen es abwarten.

» Android am Desktop: Das ist der neue Magic Pointer – Google zeigt Neuerfindung des Mauszeigers (Videos)

Eigene Widgets für den Desktop erstellen

Die für das Smartphone-Android angekündigte Funktion zum Erstellen KI-generierter Widgets bleibt nicht auf die mobilen Geräte beschränkt, sondern soll auch am Desktop Vorteile bringen – und das vielleicht in entscheidender Form. Der Desktop soll zu einem Homescreen verwandelt werden, der neben den App-Icons auch Widgets enthalten kann. Bei Google hat man dafür den neuen Begriff des „Dashboard“ erfunden.

Das Ziel ist es, den Desktop zum persönlichen Zuhause der Nutzer zu machen. Man will es den Nutzern ermöglichen, dynamische Widgets mit der Gemini-KI zu erstellen. Beispielhaft nennt man einen Countdown für eine bevorstehende Reise nach Berlin. Dieses kann bei Bedarf auch einen schnellen Zugriff auf Restaurantreservierungen, Hoteltickets oder Fluginformationen enthalten. Das oben eingebundene Video zeigt ein solches Widget bei der Entstehung und im Einsatz. Mehr Infos zu den dynamischen Widgets und deren überraschendes Potenzial als App-Killer findet ihr im folgenden Artikel:

» Gemini bringt KI-generierte Widgets auf den Android-Homescreen – das Ende der Apps naht




Anbindung des Android-Smartphones

Aluminium OS hat als Android-basiertes Betriebssystem seine Wurzeln auf Smartphones, daher schafft man eine starke Brücke zwischen den mobilen Geräten und den neuen Googlebooks. Für Google als Entwickler hinter beiden Plattformen die auf derselben Basis aufgebaut sind und noch dazu stark auf Cloudanbindung setzen ergeben sich interessante Möglichkeiten. Für diese Verbindung gibt es einen eigenen Smartphone-Button in der Taskleiste.

Dank des Android-Kerns sind die Googlebooks in der Lage, jede beliebige Android-App lokal auszuführen. Dazu ist kein zusätzliches Framework notwendig, sondern „it just works“. Die Apps müssen dabei nicht einmal am Googlebook installiert sein, sondern es lassen sich die Apps vom Smartphone auf das Desktopgerät streamen. Es wird die gesamte Smartphone-Oberfläche auf das Googlebook gestreamt und ermöglicht daher die gewohnte Bedienung. Gleiches gilt für den Dateiaustausch zwischen den Geräten: Über den Schnellzugriff lässt sich auf alle am Smartphone befindlichen Dateien ohne Umwege zugreifen.

Gemini Intelligence auf dem Googlebook

Google spricht gar nicht über das Betriebssystem und erwähnt selbst Android nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist oder der Erklärung dient. Stattdessen spricht man nur von der „Gemini Intelligence“, die im Zentrum vieler Aktionen steht. Statt die Oberflächen selbst zu bedienen, sollen die Nutzer alle wichtigen Dinge an Gemini abgeben – egal ob aktuell oder vielleicht auch für geplante oder überwachende Funktionen. Gemini schafft bei Bedarf neue Oberflächen, liefert Informationen, bastelt Widgets und steht ständig proaktiv zur Verfügung. Es soll so tief integriert sein, das man praktisch schon von einem Gemini-Betriebssystem sprechen kann – auch wenn Google das (noch) nicht tut.

Die Gemini Intelligence ist es auch, die als Brücke zwischen den beiden Welten der Smartphones und des Desktops genutzt werden soll. Denn das Framework ist bekanntlich auch auf Smartphones zu finden und soll fest im digital Alltag verankert werden und diesen verändern. Tatsächlich kommt im Hintergrund die neue Gemini-Basis zum Einsatz, die wir euch schon ausführlich im folgenden Artikel vorstellen konnten.

» Das ist die neue Gemini Intelligence für Android




Aluminium OS im Hands-on

Google hat das Betriebssystem Aluminium OS zwar noch mit keinem Wort erwähnt und wird dies möglicherweise auch in Zukunft nicht tun (viele Grüße von Fuchsia auf den Smart Displays), aber dennoch ist es als Projekt vorhanden. Wer sich nicht nur auf das Bildmaterial aus dem Google-Marketing verlassen will, das ihr auch in diesem Artikel findet, kann sich in obigem Video einen kurzen Eindruck verschaffen. Das Video zeigt ein mehrminütiges Hands-on mit dem neuen Betriebssystem. Wir haben euch auch das im folgenden Artikel ausführlich vorgestellt:

» Aluminium OS: Googles neues Betriebssystem für die Googlebooks zeigt sich im Hands-on (Galerie & Video)


Entgegen der damaligen Ankündigung, hat man bisher keine weiteren Einblicke in das Betriebssystem, die Oberflächen, die Gemini-KI oder die Googlebooks gegeben. Aber das wird sich ändern, denn Google lädt für den 15. September zum großen Googlebook-Event. Ob uns das direkt finale Ankündigungen und baldige Verkaufsstarts bringen wird, wird sich zeigen.

Bei Microsoft und Apple wird man sich in den nächsten Monaten fragen müssen, ob die eigenen Desktop-Betriebssysteme noch dem Stand der Zeit entsprechen und wie man auf die Google-Ankündigung reagieren will.

» Android am Desktop: Das ist der Magic Pointer – Google zeigt große Neuerfindung des Mauszeigers (Videos)

[Google-Blog]

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