Google verabschiedet sich von Suchergebnissen: Neue KI-Übersicht in der Websuche birgt Gefahren (Meinung)

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Am Mittwoch hat Google den Start der Gemini-KI in der Google Websuche angekündigt und damit auch in Deutschland den Startschuss für eine Funktion gegeben, die das gesamte Web verändern kann. Denn auch wenn man es natürlich deutlich positiver darstellt, verabschiedet man sich davon praktisch von den Suchergebnissen. Man liefert unkorrekte Informationen als Fakten und zerstört nebenbei langfristig große Teile des Internets.


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Die Qualität der Google-Suchergebnisse hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Das liest man nicht nur überall, sondern kann sich auch bei vielen Suchanfragen selbst davon überzeugen. Daher dürften viele Nutzer ihre ganz eigenen Filter im Hinterkopf haben, auf welche Suchergebnisse sie klicken müssen, um halbwegs zuverlässige Informationen zu erhalten. Das funktioniert gut und ist eigentlich sowohl für Google als auch Webmaster und Nutzer ein gutes Geschäft. Win-win-win. Doch jetzt verschieben sich diese Verhältnisse.

Mit dem am Mittwoch angekündigten Start der Gemini KI-Übersicht in der Websuche krempelt man die Suchergebnisse vollständig um bzw. versteckt diese regelrecht. Denn sobald Gemini mit der KI-Übersicht ins Spiel kommt, rutschen die Suchergebnisse so weit nach unten, dass sie ohne Scrollen gar nicht mehr sichtbar sind. Viel mehr Abwertung ist für eine „Suchmaschine“ gar nicht mehr möglich. Das gilt sowohl für die Suchergebnisse als auch die bisherigen aufbereiteten Zusatzinhalte. Gemini dominiert die gesamte Ansicht.

Dass Gemini oftmals Unsinn erzählt, Fakten falsch kombiniert und Unwahrheiten verbreitet, ist an dieser Stelle problematisch. Noch problematischer ist es, dass sich Gemini auch noch auf die ersten Suchergebnisse stützt und deren Informationen zusammenfasst. Zur üblichen Gemini-Halluzination kommen dann auch noch die qualitativ zweifelhaften Inhalte der ersten Suchergebnisseite. Und schon wird Google von der Suchmaschine zur Desinformationsmaschine.




Google Websuche ist nicht mehr zuverlässig
Nach dem Start dieser neuen Gemini-Funktion kann man die Google Websuche nicht mehr als zuverlässig einstufen. Zumindest nicht mehr so zuverlässig, wie sie es über viele Jahre gewesen ist. Natürlich gibt es weder in der Websuche noch in der Wikipedia oder einer anderen Quelle eine Garantie auf Zuverlässigkeit, aber der groben Richtung konnte man im Allgemeinen trauen. Zwar sind die Informationen nach wie vor in den Suchergebnissen enthalten, aber durch das gigantische Gemini-Feld werden diese einfach so weit überlagert, dass die Nutzer zu bequem werden, weiterzusuchen. Das halte ich persönlich für eine große Gefahr.

Worst-Case für Webmaster
Auch wenn Google es anders darstellt, wird dieses Feld enorme Trafficverluste mit sich bringen. Denn die Suchergebnisse sind nicht mehr zu sehen und die von Gemini bereitgestellten Quellen dürften nur die wenigen Nutzer anklicken. Das führt über kurz oder lang dazu, dass viele Angebote verschwinden werden – was wiederum weniger fundierte Quellen für die KI bedeutet. Gleichzeitig sinkt Googles Einfluss auf das Web, denn es wird irgendwann nicht mehr wichtig sein, bei Google ganz oben zu stehen, wenn es ohnehin niemand bemerkt.

Die wahre Motivation hinter der Einführung ist es, dass hat Google selbst in der Ankündigung betont, dass die Nutzer durch das neue Tool die Websuche noch häufiger als bisher nutzen. Zu groß ist Googles Angst davor, von der KI-Konkurrenz überrollt zu werden. Und so können wir unter dem Strich festhalten, dass Google als großer Gewinner und das restliche Web als Verlierer hervorgeht.

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